Hunde Homöopathie
Homöopathie – auch für
Hunde?
Homöopathische Behandlungen beim Menschen gibt es schon seit über 200 Jahren. Seit 60 Jahren wird die Homöopathie auch beim Tier erfolgreich eingesetzt.
Entwicklung der
Homöopathie
Begründet wurde die Homöopathie von dem Arzt und Apotheker Samuel Hahnemann (1755-1843). Hahnemann lehnte die zu jener Zeit üblichen Heilmethoden, wie Aderlass und Giftgaben, ab und suchte neue Wege.
Im Selbstversuch nahm er Chinin ein und stellte fest, dass durch das Mittel, welches bei Malaria eingesetzt wurde, Malariasymptome erzeugt werden konnten. Das war die Geburt und der Anfang der Homöopathie, der er sein Leben widmete. Im Jahre 1810 schrieb Hahnemann das „Organon der Heilkunst“, welches er immer aktualisierte bis zur 6. Auflage.
Noch heute bildet das Organon die Grundlage für die Heilung durch Homöopathie.
Boenninghausen, ein Schüler Hahnemanns , dokumentierte schon damals Fälle von Tierpatienten, welche er erfolgreich behandelt hatte.
Seit ca. 1950 führte der Tierarzt Dr. Wolter die Homöopathie wieder sehr erfolgreich in die Tiermedizin ein.
Der Bedarf an alternativen Heilmethoden in unserer Zeit steigt an, da die Medizin den Zusammenhang zwischen Psyche und körperlicher Krankheit oft vernachlässigt.
Wie funktioniert
Homöopathie?
Bei der homöopathischen Behandlung gilt es das Mittel zu finden, welches zu der jeweiligen Erkrankung passt. Hahnemann sagte:
„Wähle, um sanft, schnell, gewiss und dauerhaft zu heilen , in jedem Krankheitsfall eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden (Homoion Pathos) für sich erregen kann, als sie heilen soll.“
„Similia similibus curentur“
„Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt.“
Die meisten Arzneien werden aus Pflanzen hergestellt, manche sind tierischen Ursprungs , andere mineralischen Ursprungs.
Zu Beginn eines jeden homöopathischen Mittels steht die Prüfung am Menschen. Der Proband erhält die Arznei in der Regel täglich in der Potenz C 30 bis er Symptome entwickelt. Diese werden genauestens dokumentiert. Ist ein Patient nun genau an diesen Symptomen erkrankt, so kann ihn diese Arznei wieder gesund machen.
So ergeben sich z. B. Für ein Mittel wie Apis (Honigbiene) Symptome wie Rötung, Schwellung, Pochen, Schmerz.
Apis kann z. B. bei Wespen- und Bienenstichen eingesetzt werden, aber natürlich auch bei anderen Krankheiten mit diesen Symptomen.
Die Arznei setzt einen Reiz, welcher die Selbstheilungskräfte aktiviert, und versetzt die Lebenskraft in die Lage die Krankheit zu bekämpfen.
Die Potenzierung
Hahnemann entwickelte das Prinzip der Potenzierung. Potenzieren bedeutet ursprünglich „ Kraft-Freisetzen“, daraus folgt : je intensiver potenziert worden ist, desto stärker die Wirkung. Unter Potenzieren versteht man das stufenweise Verdünnen der Substanz mit dazwischengeschalteten
Schüttelschlägen.
Verdünnungsschritt: 1:10 = Dezimalpotenzen z. B. D1, D2 , D6 etc.
1:100 = Centesimal- Potenzen z. B. C30, C 100, etc
1:50000 = LM oder Q-Potenzen
Zur Zeit ist da Phänomen der Potenzierung physikalisch nicht erklärbar. Es wird vermutet, dass in der Trägersubstanz (Alkohol, Wasser oder Zucker) strukturelle Veränderungen stattfinden, welche Informationen speichern.
Der Hund ist krank
Der Homöopath muss nun die Symptome, die das Tier zeigt, erkennen und das passende Mittel aussuchen. Hahnemann schreibt dazu in § 153 des Organon: „Zur Mittelfindung bedarf es der eigenheitlichen (charakteristischen) Zeichen und Symptome.“
In akuten Fällen, wie z. B. einem plötzlich auftretenden Durchfall orientiert sich der Homöopath an den auffälligen Symptomen z. B.
Hund 1: dunkler Durchfall, hat den Tag vorher Aas gefressen, der Durchfall hat nachts begonnen. Er zeigt große Schwäche, viel Durst, der Kot riecht faulig
Hund 2: der Hund hat zu viel nicht artgerechte Nahrung aufgenommen, er hat Bauchschmerzen und lässt sich nicht anfassen. Er hat Blähungen, erbricht auch und versucht ständig Kot abzusetzen.
Hund 1 würde Arsenicum album bekommen Hund 2 Nux vomica.
Chronische Erkrankungen erfordern eine sogenannte „homöopathische Anamnese“. Hier wird das Tier untersucht und dabei auf Auffälligkeiten geachtet. Es findet ein Gespräch mit dem Besitzer statt (Dauer ca. 1,5 Std.) , worin das gesamte Leben des Tieres mit seinen Erkrankungen und mit seinen Verhaltensweisen erfragt wird. Der Homöopath möchte sich ein Bild vom Tier als Individuum machen, um dann das Mittel auswählen zu können, welches zu dem Tier passt. Dieses Mittel muss dann sowohl die Psyche als auch seine Krankheiten berücksichtigen. Häufig wird hier auch vom Konstitutionsmittel gesprochen.
Fallbeispiel:
Ein schwarzer männlicher Labrador-Welpe (15 Wochen alt) zeigte einen gelblichen Nasenausfluss. Er wurde mit Antibiotika behandelt, bekam aber trotzdem eine Bronchitis mit starkem Husten. Nach 10 Tagen wurde ein Nasensekretabstrich gemacht und das Antibiotikum gewechselt. Der Nasenausfluss wurde klar, der Husten verschlimmerte sich aber trotzdem so weit, dass der Hund nach 8 Wochen wässrige Flüssigkeiten in Mengen aushustet. Jetzt behandelten wir homöopathisch! Der Husten zeigte Besserung draußen und bei Bewegung. Im Liegen und tagsüber war er schlimmer. Der Hund lag lieber an kühlen Stellen.. Er hatte Wasser in der Lunge und im Abdomen. Er bekam Pulsatilla C30 2x einen Globulus. Nach einer Woche war er gesund.
Resümee:
Tiere profitieren genauso wie der Mensch von der Homöopathie. Sie ist oft auch dann angezeigt, wenn die Schulmedizin an ihre Grenzen stößt. Die meisten Erkrankungen können homöopathisch behandelt werden wie z.B. chronische Durchfälle, Allergien, Störungen im Bewegungsapparat, sogar Krebserkrankungen.
Zu Beginn einer jeden Erkrankung steht die klinische Diagnose der Beschwerden des Tieres. Wurde eine Diagnose erstellt ,entscheidet der Tierarzt im Gespräch mit dem Tierbesitzer welche Therapieform für das Tier die Beste ist. Das kann auch eine Kombination aus Schulmedizin und Homöopathie sein. Manche Krankheiten erfordern eine chirurgische Intervention – hier kann gut homöopathisch begleitet werden.
Wurde die homöopathische Therapie gewählt, wird die Anamnese erstellt. Diese muss sehr ausführlich sein und erfordert die Mithilfe des Patientenbesitzers, vor allem um psychische Symptome, Verhaltenssymptome, Neigungen und Gewohnheiten des Tieres herauszuarbeiten. Je genauer die Anamnese ist, desto eher wird man das passende Mittel finden.
Einige Notfallmittel
Aconitum napellus: Bei plötzlich auftretendem Fieber als erstes Mittel. Der Hund ist schreckhaft, er hat Herzklopfen, die Ursache für das Fieber kann nicht lokalisiert werden. Im Schock, evntl. plus Arnika.
D4 2-3x 5 Kügelchen im Abstand von einer halben Stunde
Arnica montana: Wichtigstes Mittel bei frischen Wunden und Blutergüssen. Beim Schock nach Aconitum. Der Hund ist schwach, die Augen u.U. rot unterlaufen. Er möchte nicht angefasst werden. Nicht bei Bißwunden anzuwenden.
D4 oder D 6 alle 20-30 Minuten 5 Kügelchen
Cantharis: Bei Verbrennungen mit Blasenbildung wird es verwendet. Schmerzhafte, brennende Wunden. Auch bei blutiger Blasenentzündung mit Brennen beim Wasserlassen.
D3 – D6 3x täglich. Bei Verbrennungen jede halbe Stunde 4 x.
Ledum: Bei Verletzungen, die sich eher kalt anfühlen. Bei Mückenstichen und Bissverletzungen.
D4 3x täglich 5 Kügelchen.
Mit unserem ganzheitlichen Ansatz bieten wir Ihnen zusätzlich zu der normalen tierärztlichen Versorgung eine klassisch homöopathische Behandlung mit:
- ausführlichem Gespräch (Anamnese) und
- genauer Analyse Ihres Tieres,
um das für Ihr Tier optimal geeignete Mittel zu finden.
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